Hightech vom Niederrhein
6. Juli 2026
Angesichts einer stetig wachsenden Elektromobilität hat das Technology Center von Rheinmetall zusammen mit der Business Section „Emerging Technologies“ eine innovative Komponente für die Ladeinfrastruktur entwickelt. Im Rahmen der jetzt anstehenden Industrialisierung gehen diese neuartigen Ladebordsteine nun vollständig an die operative Einheit über. Aber auch hier gilt: Stillstand ist Rückschritt!
Staffelübergabe

Die Industrialisierung der Ladebordsteine erfolgt künftig über die Business Section Emerging Technologies innerhalb der Division Power Systems von Rheinmetall. Deren Leiter, Dr. Dirk Kamarys (r.), übernimmt den „Staffelstab“ von Entwickler Dr. Felix Stracke vom Rheinmetall Technology Center.
Schon Mitte 2024 hatte Rheinmetall gemeinsam mit dem Ladepunktbetreiber „TankE“ ein Pilotprojekt für seine neuentwickelten Ladebordsteine gestartet. Im Kölner Stadtgebiet sowie einer Gemeinde im Umland wurde diese Form des Ladens am Bordstein unter realen Bedingungen auf Herz und Nieren geprüft. Untersucht wurden die Akzeptanz und Nutzungshäufigkeit seitens der Elektromobilisten sowie die Zuverlässigkeit, Ergonomie und die generelle technische Verfügbarkeit der Entwicklung. Diese Pilotphase war bewusst für einen vergleichsweise langen Zeitraum angesetzt, um alle Jahreszeiten mit ihren spezifischen Anforderungen abzubilden.
Viel Strom ist in der Zwischenzeit durch die Ladeeinrichtungen geflossen und hat zudem ein internationales Interesse an dieser unkonventionellen Form der „Betankung“ von Elektrofahrzeugen hervorgerufen. In mehreren Städten – darunter Düsseldorf, Köln, Dortmund und Braunschweig – tun daher erste Bordsteine bereits ihren Dienst. Weitere Einsätze in Hamburg, Stuttgart, Leipzig sowie Potsdam sind zurzeit in Planung. Eine ebenso große Aufmerksamkeit verzeichneten die Entwickler seitens privater Interessenten.
„Dennoch“, sagt Dr. Dirk Kamarys, Leiter der operativen Geschäftseinheit, „ist unsere Zielgruppe auch künftig allein der B-to-B-Sektor. Gründe dafür sind die in Frage kommenden Stückzahlen und nicht zuletzt auch die vorhandene Key-Account-Vertriebsstruktur unseres Unternehmens. Und allein dieser Bereich ist für uns schon ein hochattraktiver Markt.“
„Man braucht unser System“
Hinzu kommt die Alleinstellung der Ladebordsteine von Rheinmetall, die über eine Vielzahl an Patenten verfügen. Dazu Dr. Felix Stracke, der mit seinem Team für die Grundidee der Ladebordsteine verantwortlich zeichnet und auch maßgeblich an ihrer weiteren Entwicklung hin zur Serienreife beteiligt ist: „Zurzeit liegt der Anteil elektrischer oder elektrifizierter Fahrzeuge an der Gesamtfahrzeugflotte noch im einstelligen Prozentbereich. Man kann aber anhand der Entwicklung und nicht zuletzt der jetzt wieder einsetzenden Förderung auch heute schon absehen, dass wir in Zukunft das 10- bis 15-Fache der derzeitigen öffentlichen Ladeinfrastruktur benötigen werden. Niemand wird sich vorstellen können, dass man das in unseren Stadtbildern allein durch Ladesäulen abdeckt. Deshalb wird man unser System brauchen!“
Ausgezeichnetes Produktdesign
Daher also die grundsätzliche Daseinsberechtigung des Systems, das zudem schon in der Pilotphase durch eine Verfügbarkeit von über 99 Prozent glänzen konnte. Herkömmliche Ladesäulen erreichen in der Regel lediglich 95 bis 97 Prozent. Ein beachtlicher Wert, zieht man in Betracht, dass sich die Neusser Entwickler und ihre Kollegen in der Business Section in einer für sie vollkommen neuen Branche bewegen. Dennoch haben sie ihr neues Produkt, das zudem mit dem begehrten Red Dot Design Award ausgezeichnet wurde, bereits so entwickelt, dass es auch unter rauen Umgebungsbedingungen zuverlässig seinen Dienst tut.
Besser als Ladesäulen
Bei der Evaluierung im Rahmen der Pilotphase wollten die Entwickler des Ladebordsteins ein möglichst objektives Feedback einholen und haben deshalb gemeinsam mit den Betreibern eine sogenannte Case Study erstellt. Dazu wurden anonyme Beurteilungen von über hundert ladenden Kunden ausgewertet. Das solchermaßen gewonnene Feedback fiel unter dem Strich extrem positiv aus. Die nach Meinung der E-Mobilisten vorhandenen Einschränkungen bei der Auffindbarkeit der Ladepunkte, die in der Startphase noch gar nicht in den entsprechenden Apps verzeichnet waren, wurden durch ihre hohe Ladestabilität und große Zuverlässigkeit sowie den innovativen Appeal der Neuheit mehr als kompensiert.
Die Ladebordsteine wurden aufgrund ihrer Barrierefreiheit und Bedienungsfreundlichkeit besser bewertet als herkömmliche Ladesäulen. Hinzu kamen unter anderem Argumente wie ein verbessertes Stadtbild, die Bewahrung von Sichtachsen sowie das Freihalten von Gehwegen und eine vergleichsweise geringe Anfälligkeit für Vandalismus. Last, but not least ist diese Technik zudem derart robust, dass ihr selbst ein versehentliches Überfahren nichts ausmacht. Und auch die Ladepunktbetreiber entwickelten sich schnell zu wahren Fans der Bordsteine.
Kein Strom, kein Umsatz
Besonders bei Ladeeinrichtungen ist die Verfügbarkeit über viele Jahre ein entscheidender Faktor in der Gesamtkostenrechnung. Dabei ist neben der Zuverlässigkeit auch entscheidend, wie schnell sich der Ladepunkt bei einem etwaigen Ausfall wieder instand setzen lässt, denn in einer Ausfallzeit macht der Betreiber zwangsläufig keinen Umsatz. Auch hier kann die Entwicklung punkten, da bei einer etwaigen Fehlfunktion ein Austausch des Elektronikmoduls binnen kurzer Zeit erfolgen kann. Aber damit ist die weitere Entwicklungsgeschichte der Module noch längst nicht am Ende. Genannt seien hier nur ein international erweiterter Service, das bidirektionale Laden, der Ersatz von Spezialbeton durch Grauguss sowie ein spezielles Kabelschutzprogramm. Denn schließlich gilt auch hier: Das Bessere ist der Feind des Guten!
Weitere Informationen über den innovativen Ladebordstein von Rheinmetall sind hier zu finden.
Klicken Sie hier, um Push-Benachrichtigungen zu empfangen. Durch Ihre Einwilligung erhalten Sie regelmäßige Informationen zu neuen Beiträgen auf der Dimensions-Webseite. Dieser Benachrichtigungsservice kann jederzeit in den Browser-Einstellungen bzw. Einstellungen Ihres Mobilgeräts abbestellt werden. Ihre Einwilligung erstreckt sich ausdrücklich auch auf eine Datenübermittlung in Drittländer. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformation unter Ziffer 5.