155mm im Spotlight
4. November 2025
28. Mai 2026
Hamburg entwickelt sich zum Zentrum maritimer Verteidigungstechnologie: Mit der neuen Division Naval Systems baut Rheinmetall seine Position als Komplettanbieter für Überwasserschiffe aus. Der Standort in der Hansestadt wird zum Kompetenzzentrum für autonome und unbemannte maritime Systeme – und liefert Antworten auf die drängendsten Sicherheitsfragen unserer Zeit.

BLOHM+VOSS: Deutschlands bekannteste Werft
Seit ihrer Gründung im Jahr 1877 befindet sich die Traditionswerft auf der Halbinsel Steinwerder – im Herzen des Hamburger Hafens.
Blohm +Voss mit insgesamt rund
500
Festangestellten inklusive Auszubildenden
451.000
Quadratmetern Werftgelände
2.100
Metern Kailänge
3
Schiffbauhallen
7
Docks, darunter Elbe 17 – Europas größtes Trockendock
Mit der Übernahme von NVL, der Marinesparte der Unternehmensgruppe Lürssen, hat Rheinmetall sein Portfolio grundlegend erweitert. „Als Komplettanbieter für hochmoderne Überwasserschiffe leisten wir einen substanziellen Beitrag zur Stärkung der maritimen Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands“, erklärt Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. Die neue Rheinmetall-Division Naval Systems bündelt sämtliche maritimen Kompetenzen des Technologiekonzerns – vom Neubau bis hin zur Reparatur, Wartung und Instandhaltung komplexer Marineschiffe aller Klassen. Parallel entwickelt sie mit renommierten Partnern und Start-ups autonomiefähige und unbemannte maritime Überwassersysteme für zivile und militärische Anwendungen.
Innovationsstandort Hamburg
Der spezialisierte Rheinmetall-Standort Blohm+Voss und die benachbarte Reparaturwerft Norderwerft machen Hamburg zu einem der größten Standorte der Division Naval Systems. Beide Standorte verfügen über modernste Anlagen und hochqualifizierte Spezialisten, die dafür sorgen, die hohen Kundenanforderungen zu erfüllen.


Unweit davon betreibt Rheinmetall den Standort Trittau der Rheinmetall Waffe Munition GmbH. Hier entstehen pyrotechnische Munition und Übungsmunition: vor allem 40-mm-Übungsmunition, Irritationskörper, pyrotechnische Leucht- und Signalmittel sowie Übungsmunition für Mörser und Panzerabwehrwaffen. Insgesamt arbeiten in Hamburg und Trittau etwa 1.050 Menschen für Rheinmetall, davon rund 750 Beschäftigte in den beiden Werften.
Vernetzung als Erfolgsfaktor
Als zentraler Knotenpunkt für den internationalen Warenverkehr geriet Hamburg zuletzt verstärkt ins Visier von Unbefugten: unbekannte Flugobjekte über der Elbe, Drohnensichtungen über Containerterminals. Wirksamer Schutz kritischer Infrastruktur erfordert die engere Verzahnung von Sicherheitsbehörden, Infrastrukturbetreibern und Industriepartnern. Rheinmetall hat sich zuletzt mit der Hamburg Port Authority (HPA) und der Polizei zusammengeschlossen, um Detektions- und Abwehrsysteme im Hafengebiet gezielt zu stärken. Wo der Technologiekonzern essenzielles Know-how einbringt, punkten Behörde und Polizei durch hafenspezifisches Spezialwissen, um die maritime Sicherheit gemeinsam zu stärken.
Hybride Verteidigung
Feindlich gesinnte Akteure setzen längst nicht mehr nur auf Flugkörper. Immer häufiger kommen Unterwasserdrohnen zum Einsatz, die teils auf Autopilot operieren. Sie lassen sich weder ansteuern noch mit herkömmlichen Mitteln aufspüren. „Auch im maritimen Bereich kommt es zunehmend auf militärische Durchsetzungsfähigkeit an“, sagt Timo Haas, stellvertretender Divisionsleiter Electronic Solutions bei Rheinmetall. „Wir treiben bereits vielversprechende Innovationen zur Abwehr voran und arbeiten selbstverständlich auch an maritimen Lösungen.“
Im Rahmen eines Joint Ventures mit dem britischen Tech-Unternehmen Kraken Technologies produziert die Hamburger Werft Blohm+Voss den Kraken SCOUT MEDIUM – eine Überwasserdrohne, die bis zu 55 Knoten erreicht und zur Überwachung von Seegebieten, zum Schutz kritischer Infrastruktur oder als Waffenträger für militärische Operationen eingesetzt werden kann. Parallel forscht und entwickelt Rheinmetall Naval Systems am Standort modulare, autonomiefähige Überwassersysteme. Künftig werden diese optional bemannt, ferngesteuert oder vollständig autonom operieren können.
Flexibilität für die Besatzung
Hamburg nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein: Die Stadt etabliert sich als führendes Test- und Technologiezentrum für unbemannte und autonome maritime Systeme. Was hier entsteht, ist die Antwort auf eine fundamentale Herausforderung moderner Seestreitkräfte. Denn dem massiv steigenden Bedarf der Seestreitkräfte und den wachsenden Beschaffungsbudgets steht ein gravierender Personalmangel gegenüber. Unbemannte und autonome Systeme können hingegen ohne Besatzung operieren und entlasten so die knappen Personalressourcen. Ein entscheidender Vorteil in Zeiten, in denen Technik verfügbar ist, qualifiziertes Personal jedoch fehlt.
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