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Die Kunst der Präzision

3. Juli 2026

Millimeter und Gramm entscheiden. Ob ein Geschoss trifft, hängt von exakter Dosierung, präziser Fertigung und hohem handwerklichem Können ab. Eine Spurensuche durch die Historie von Europas größtem Munitionsproduzenten Rheinmetall.

Die Pariser Weltausstellung feiert den Eiffelturm. Und Düsseldorf schreibt Industriegeschichte. Am 13. April 1889 erhält die soeben gegründete Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik ihren ersten Auftrag: ein Mantelgeschoss für ein 7,92 mm Kleinkalibergewehr. Die verzögerte Maschinenlieferung aus England zwingt das junge Unternehmen fast zur Betriebsaufgabe. Nachdem die Serienproduktion der neuartigen Munition nach fünf Monaten endlich startet, verlässt schon wenige Tage später die erste Charge von 20.000 Geschossen das angemietete Fabrikgelände in der Talstraße. Ab 1890 findet die Produktion im neu errichteten Werk in Derendorf statt.

Gigant aus Stahl

Die größte Munition, die Rheinmetall je gebaut hat: Granaten mit einem Kaliber von bis zu 60cm für den Mörser „Karl“. Sechs dieser Geschütze fertigt Rheinmetall-Borsig zwischen 1940 und 1942. Ein Exemplar der überdimensionalen Granaten steht heute in der Ausstellung am Rheinmetall-Standort Unterlüß.

Gefragte Großkaliber

Bildergalerie

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Präzisionsarbeit in Frauenhand

Kartuschbeutel nähen, Pulver abfüllen oder Geschosse laborieren: Nicht nur während der Kriegsjahre halten Frauen die Munitionsfertigung in den Werkhallen am Laufen – als günstige Arbeitskräfte und feinmotorisch geschickter als ihre männlichen Kollegen. Tradierte Rollenbilder wie diese sind mittlerweile Vergangenheit. Heute gestalten Frauen als Technikerinnen, Ingenieurinnen und in Führungspositionen die Zukunft des Rheinmetall-Konzerns mit.

Smarte Geschosse

Gemeinsam mit Diehl entwickelt Rheinmetall seit dem Ende der 1980er-Jahre intelligente Munition: Geschosse, die selbstständig das Ziel erfassen und die Treffwahrscheinlichkeit drastisch erhöhen. Die Bomblet-Munition RB 63 DM 612 kommt erstmals im US-amerikanischen Mehrfachraketenwerfer MLRS und seinem europäischen Pendant MARS zum Einsatz.

In der modernen Kriegsführung gewinnt sogenannte Loitering Munition stark an Bedeutung. Die mit einem Sprengkopf ausgestatteten Kamikazedrohnen kreisen unbemerkt im Luftraum, bis ihnen per Datenlink Ziel und Angriffskommando gegeben wird. Rheinmetall hat mehrere Systeme der Präzisionswaffe im Portfolio.

Renaissance eines Klassikers

Im Verteidigungskampf der Ukraine beweist sich der von Deutschland gelieferte Flakpanzer Gepard als äußerst effiziente Flugabwehrwaffe. In Rekordzeit entwickelt Rheinmetall für das ausgemusterte System die passende HEI-T-Munition und produziert die dringend benötigten Granaten im industriellen Maßstab am Standort Unterlüß.

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