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27. April 2026
20. Oktober 2026
In Deutschland gilt Wasserball als Randsportart. Zu Unrecht, wie der SV Blau-Weiß Bochum 1896 beweist. Der traditionsreiche Bundesligist setzt Maßstäbe – sportlich, gesellschaftlich und für junge Menschen, die hier eine neue Heimat finden. Seit 2025 unterstützt Rheinmetall den Verein auf diesem Weg.

Mit 15 Jahren floh Emiliia Khmil gemeinsam mit ihrer Mutter aus der Ukraine. „Beide hatten nur eine Plastiktüte mit Klamotten in der Hand“, erinnert sich Frank Lerner, Wasserballwart des SV Blau-Weiß Bochum und Leiter des Landesleistungsstützpunktes Nordrhein-Westfalen. „Das war alles, was ihnen nach den Bombenangriffen geblieben war.“ Wie Emiliia hat der Wassersportverein seit Beginn des Krieges viele ukrainische Kinder aufgenommen und ihren Familien bei Behördengängen geholfen. Inzwischen ist das sportliche Ausnahme-Talent 19 Jahre alt, deutsche Staatsbürgerin, Gymnasiastin mit Einser-Durchschnitt und Torschützenkönigin der ersten Bundesliga. Nicht nur beim SV Blau-Weiß Bochum, sondern auch in der Nationalmannschaft ist sie längst zu einer der Schlüsselspielerin herangewachsen. „Eine unglaubliche Karriere,“ staunt Lerner, „und ein Paradebeispiel, wie Sport echte Heimat schafft.“
Eine unterschätzte Sportart
Teamspirit, Strategie und körperliche Ausdauer – all das vereint Wasserball. Was in Deutschland eher als Nischensportart gilt, löst in anderen Ländern breite Begeisterung aus. „In Ungarn kommen selbst zu Trainingsspielen 5.000 bis 6.000 Zuschauer“, erzählt Frank Lerner, der seit seinem achten Lebensjahr Wasserball spielt. Aktuell fungiert der ehemalige Bundesligaspieler als Interims-Trainer für die Damen-Bundesligamannschaft des SV Blau-Weiß Bochum. Für den Sport müssen die Athletinnen eine ganze Menge mitbringen – aber genau das macht ihn aus Sicht von Lerner auch so interessant. „Wasserball ist wie Ringkampf im Wasser mit moderaten Regeln,“ so sein Fazit. Neben Kondition und Kraft spielen Taktik, Ballgefühl und eine gehörige Portion Leidensfähigkeit eine wichtige Rolle.


Partner für regionalen Spitzensport
Zu den prominenten Förderern des körperbetonten Mannschaftssports gehört seit vergangenem Jahr auch Rheinmetall. Der in Düsseldorf ansässige Technologiekonzern engagiert sich in vielfacher Weise im Spitzensport der Metropolregion Rhein-Ruhr. Die Partnerschaft mit dem SV Blau-Weiß Bochum 1896 entstand etwa zur gleichen Zeit, als Rheinmetall ins Marinegeschäft einstieg. Zwar unabhängig davon, aber es fügt sich gut ins Bild. Der Bochumer Klub zählt zu den größten und traditionsreichsten Wassersport-Vereinen Deutschlands. Er ist nicht nur in allen Jugendligen auf Bundesebene vertreten, sondern feierte 2026 mit seiner ersten Damenmannschaft zum zweiten Mal in Folge die Vizemeisterschaft.
Die Partnerschaft mit Rheinmetall hilft, die sportliche Entwicklung des Frauen-Teams weiter voranzutreiben – sei es in der Bundesliga oder bei internationalen Wettkämpfen. Hinsichtlich des neuen Sponsors setzte der Verein von Anfang an auf eine offene Kommunikation. Auf den Social-Media-Kanälen waren infolgedessen nur wenige kritische Stimmen zur Partnerschaft mit dem Verteidigungsunternehmen zu lesen. „Damals wie heute ist die Zusammenarbeit von beiderseitigem Vertrauen geprägt“, sagt Lerner.

Nachwuchsförderung mit Zukunft
Wasserball ist in Deutschland chronisch unterfinanziert. Um den Trainings- und Spielbetrieb langfristig zu sichern, sind die Vereine auf Spenden- und Sponsorengelder angewiesen. Dass diese im Fall des SV Blau-Weiß Bochum bestens investiert sind, zeigt die erfolgreiche Nachwuchsförderung des Bundesligisten und seine Verpflichtung internationaler Spielerinnen. Bereits als Jugendliche gab die Kapitänin der ersten Damenmannschaft Jana Stüwe ihr Bundesligadebüt beim Bochumer Verein. Heute gehört sie zu den erfolgreichsten Spielerinnen Deutschlands und trägt wie Emiliia Khmil das Nationaltrikot.
„Seit zwei Jahren nimmt unsere Damenmannschaft wieder regelmäßig an internationalen Turnieren wie der Europa-Liga teil“, berichtet Lerner. Auf diesem Wege hat sich der Klub mittlerweile auch außerhalb von Deutschland einen Namen gemacht. „Wir erhalten Anfragen aus aller Welt“, freut sich der Wasserballwart. Mehrere Spielerinnen aus dem Ausland verstärken seit der vergangenen Saison das Team. Dass sie sich in Bochum von Anfang an wohl und wertgeschätzt fühlen, liegt nicht zuletzt an der Vereins-WG, in der die jungen Frauen zusammen wohnen. „Wir haben den Mädchen gegenüber eine große Verantwortung“, stellt Lerner klar. Der Verein begleitet sie deshalb auch abseits des Sports: Er organisiert Sprachkurse und unterstützt sie bei der Suche nach einem Studienplatz an einer der nahe gelegenen Universitäten oder dualen Hochschulen.
Ein Modell, das trägt
Reise- und Wettkampfkosten, Bekleidung und Ausrüstung oder andere, spontan benötigte Ressourcen – all dies wird größtenteils über den eigenen Förderverein Wasserball-Spitzensport in Bochum e. V. finanziert, der sämtliche Spenden- und Sponsorengelder des Bundesligisten verwaltet. Gleichzeitig beschäftigt der Klub die Spitzensportlerinnen auf Minijob-Basis als Trainerinnen für den Leistungsnachwuchs. Sie erwerben dafür mindestens eine C-Lizenz. „Dank der finanziellen Aufwandsentschädigung können sich die Bundesligaspielerinnen neben Schule und Studium voll auf ihre sportliche Karriere konzentrieren“, erklärt Lerner. „Und wir haben motivierte, gut ausgebildete Übungsleiterinnen für die Jüngeren.“ Denn der Rückgang des Ehrenamts macht sich auch im Wasserball stark bemerkbar – qualifizierte Coaches zu finden, wird immer schwieriger. Die derzeit diskutierte Aufhebung des Sonderstatus geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse könnte für Vereine wie den SV Blau-Weiß Bochum weitere Herausforderungen mit sich bringen, sagt der Wasserballwart.


Ohne Sponsoren wie Rheinmetall wäre all das finanziell nicht zu stemmen. Im Gegenzug ist der Verteidigungskonzern bei Bundesliga-Heimspielen präsent: auf Werbebannern, in Videoclips, auf den Trikots. Das Sponsoring schafft Sichtbarkeit im Breitensport und positioniert Rheinmetall als attraktiven Arbeitgeber, der gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und junge Talente fördert. Für den SV Blau-Weiß Bochum bedeutet die Partnerschaft Planungssicherheit. Und für die nächste Generation? Im Schwimmbad in Bochum trainiert bereits mehrmals in der Woche der Leistungsnachwuchs. Vielleicht werden manche von ihnen eines Tages wie Jana Stüwe und Emilia Khmil das Nationaltrikot tragen.
Mehr Informationen zum gesellschaftlichen Engagement von Rheinmetall sind hier zu finden.
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