VerantwortungEngagementNachhaltigkeit

Artenschutz zwischen Panzern

27. April 2026

Wo Hightech auf Natur trifft, ist Verantwortung gefragt. Auf dem Erprobungsgelände von Rheinmetall in Unterlüß lebt eine seltene und streng geschützte Art – das Birkhuhn. Der Konzern engagiert sich hier seit Jahrzehnten aktiv für den Erhalt dieser faszinierenden Vogelart.

Auf einen Blick: Das Birkhuhn in Unterlüß

Ein Vogel mit Geschichte

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(Foto: Freepik)

Das Birkhuhn (Tetrao tetrix) gehört zu den charakteristischen Arten der Heidelandschaft – und ist heute in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Refugium für das Birkhuhn

Der Schießplatz Unterlüß beherbergt einen der letzten stabilen Birkhuhn-Bestände im norddeutschen Tiefland. Das Gelände umfasst rund 50 Quadratkilometer Heide-, Wald- und Offenlandflächen.

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(Foto: Rheinmetall)

Warum Unterlüß so wichtig ist

Die offenen Heideflächen bieten ideale Brut- und Nahrungsbedingungen. Der eingeschränkte öffentliche Zugang sorgt für Ruhe – ein entscheidender Vorteil für die scheuen Tiere.

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(Foto: Rheinmetall)

Was Rheinmetall tut

Biologen überwachen regelmäßig die Bestände. Um Verbuschung zu verhindern, pflegt das Unternehmen aktiv die Heideflächen. Rheinmetall arbeitet hierbei eng mit Naturschutzbehörden und Experten zusammen.

Was das für die Zukunft bedeutet

Der Erhalt des Birkhuhns ist ein langfristiges Engagement – und ein Beispiel dafür, wie Industrieflächen unerwartet zu Refugien für die Natur werden können.

Es ist kurz nach Sonnenaufgang, als Hermann Christoph Mielich das Heidegebiet am Rande des Schießplatzes Unterlüß betritt. Tau liegt noch auf den Gräsern, die Luft ist kühl und klar. In der Ferne ertönt ein leises Flattern – ein Birkhahn hebt ab, verschwindet über den Heidekämmen. „Solche Momente sind selten geworden“, sagt der Forstingenieur. „Und genau deshalb müssen wir alles daransetzen, sie zu bewahren.“

Ein Rückzugsort inmitten militärischer Nutzung

Der Schießplatz Unterlüß gilt als einer der größten seiner Art in Deutschland. Hier werden ballistische Tests durchgeführt, militärische Fahrzeuge erprobt – und zugleich Lebensräume geschützt. Das rund 50 Quadratkilometer große Areal hat sich zu einem wertvollen Refugium für viele selten gewordene Arten entwickelt, darunter das stark gefährdete Birkhuhn. In Deutschland ist der Brutvogel mit dem lateinischen Namen Tetrao tetrix nur noch in wenigen Regionen zu finden – autochthone Vorkommen existieren ausschließlich in den Alpen und in der Lüneburger Heide.

Die offenen Heideflächen, die durch militärische Nutzung in Norddeutschland erhalten geblieben sind, bieten ideale Bedingungen für diese scheue Vogelart. Das Gelände ist nicht öffentlich zugänglich und dadurch weitgehend ungestört – ein wirkungsvoller Schutzfaktor für Arten wie das Birkhuhn.

Artenschutz als gelebte Verantwortung

„Die Heide braucht Offenheit – ohne gezielte Pflege würde sie verbuschen, langfristig zu Wald werden und das Birkhuhn würde verschwinden“, erklärt Mielich. „Unsere Aufgabe ist es, diesen Lebensraum aktiv zu erhalten. Birkhühner leben seit der letzten Eiszeit in Deutschland. Vor allem durch das fast vollständige Verschwinden extensiver Offenlandbereiche und die überwiegend industrielle Landwirtschaft sind allgemein bodenbrütende Vogelarten in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. So ist auch das einstmals in großen Teilen Niedersachsens vorkommende Birkhuhn vielerorts verschwunden und kommt in der norddeutschen Tiefebene nur noch in fünf Teilpopulationen vor.“

Rheinmetall nimmt seine Verantwortung für Umwelt und Biodiversität ernst. In enger Abstimmung mit Naturschutzbehörden und externen Fachgutachtern hat das Unternehmen in Unterlüß gezielte Maßnahmen zum Schutz des Birkhuhns etabliert:

  • Monitoring durch eigenes Fachpersonal: Jährliche Frühjahrszählungen während der Balz helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen anzupassen. Alle Erhebungen melden Hermann Christoph Mielich und sein Team an die staatliche Vogelschutzwarte und die örtlichen Naturschutzbehörden.
  • Habitatpflege: Durch kontrollierte Entbuschung und gezielte Heidepflege bleibt der offene Lebensraum erhalten, den das Birkhuhn benötigt.

Forschung für den Erhalt genetischer Vielfalt

Ein besonderer Fokus liegt auf der wissenschaftlichen Begleitung der Population. Kleine, isolierte Bestände wie die in der Lüneburger Heide kämpfen um ihre genetische Vielfalt. Rheinmetall unterstützt deshalb mit einer Spende von 10.000 Euro entsprechende Forschungsprojekte. Dabei untersuchen die Ornithologen mithilfe moderner genetischer Analysen den Zustand und die Vernetzung der Birkhuhn-Populationen. „Wir arbeiten eng mit Fachgutachtern und Behörden zusammen, um datenbasierte Entscheidungen treffen zu können“, erläutert Mielich. „Nur wenn wir verstehen, wie sich die Population entwickelt, können wir gezielt Maßnahmen ergreifen.“

Partnerschaftlicher Ansatz im regionalen Aktionsplan

Der Schutz des Birkhuhns ist ein Gemeinschaftsprojekt. Rheinmetall ist Teil eines regionalen Aktionsplans, der Maßnahmen koordiniert und priorisiert. Zu beteiligten Partnern zählen Naturschutzbehörden, Forstverwaltungen, Jagdverbände und Forschungseinrichtungen. Konkret arbeiten zusammen: der Verein Naturschutzpark (VNP), die Landes-, Bundes- und Klosterforsten, das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML), das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU), die Staatliche Vogelschutzwarte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die Bundeswehr, die Landesjägerschaft Niedersachsen, die Norddeutsche Naturschutzakademie (NNA), das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) – und eben Rheinmetall.

„Naturschutz funktioniert nur im Verbund“, betont Mielich. „Kein Akteur kann eine solche Aufgabe allein stemmen. Unsere Rolle ist es, unsere Flächen, unser Know-how und unsere Ressourcen einzubringen.“

Technologie und Natur – kein Widerspruch

Für den Forstingenieur Mielich ist der Schießplatz nicht nur ein Industrieareal, sondern auch ein komplexes Ökosystem. „Hier treffen moderne Verteidigungstechnologie und sensible Natur direkt aufeinander“, sagt er. „Das verlangt Planung, Dialog und manchmal auch Zurückhaltung.“ Die erfolgreiche Koexistenz von Rüstungsforschung und Artenschutz in Unterlüß zeigt: Mit Weitblick und Zusammenarbeit ist beides möglich. Rheinmetall beweist, dass moderne Verteidigungstechnologie und der Schutz seltener Arten kein Widerspruch sein müssen.

„Wir denken in Jahrzehnten, nicht in Jahren“, betont Mielich. „Wenn wir heute richtig handeln, können auch kommende Generationen das Birkhuhn in der Heide erleben.“ Der Schutz des Birkhuhns ist Teil eines umfassenden Nachhaltigkeitsverständnisses im Konzern. Auch an anderen Standorten realisiert Rheinmetall Maßnahmen zum Erhalt von Biodiversität und entwickelt sie kontinuierlich weiter. Was früher als Gegensatz erschien, wird heute als Chance verstanden: Natur schützen, wo Technik wirkt.

Mehr Informationen über den Rheinmetall-Konzern und seinen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen finden Sie hier.

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