Frauen für MINT
15. August 2025
9. Juli 2026
Barbara 7 lautet der liebevolle Spitzname des gepanzerten Löschfahrzeugs der Werkfeuerwehr Rheinmetall in Unterlüß. Benannt nach der Schutzpatronin der Artilleristen und Feuerwehrleute, schützt der gepanzerte Koloss die Einsatzkräfte auf munitionsbelasteten Flächen. Werk-Hauptbrandmeister Thomas Schlicht erklärt, warum die lebensrettende Innovation für ihn mehr als nur ein Einsatzfahrzeug ist.

Thomas Schlicht,
geboren 1967, ist seit 1990 bei Rheinmetall beschäftigt. Nach 19 Jahren als Einsatzleiter im Service, die er unter anderem im Kosovo und in Afghanistan verbrachte, vollzog er den Wechsel zur Werkfeuerwehr Unterlüß. Seit 2009 setzt er sich als Werk-Hauptbrandmeister für die Sicherheit seiner Kolleginnen und Kollegen ein. Der Handwerksmeister und Techniker ist auch Konzernbrandschutzbeauftragter für alle weltweiten Rheinmetall-Standorte.
„Ich bin im Feuerwehrhaus aufgewachsen – ganze 22 Jahre habe ich dort gewohnt“, erzählt Thomas Schlicht und lacht. Bereits mit zehn Jahren trat er der Jugendfeuerwehr bei – dass er später in die Fußstapfen seines Vaters treten würde, war fast schon vorprogrammiert. Gerhard Schlicht leitete von 1988 bis 2003 die Werkfeuerwehr Unterlüß, 2009 übernahm sein Sohn das Amt. Auch dessen Frau Angela, die als Logistik-Koordinatorin bei Rheinmetall Landsysteme arbeitet, ist eng mit dem Unternehmen verbunden. „Rheinmetall und Feuerwehr, das macht einen großen Teil unseres Lebens aus“, erzählt der ehemalige Zeitsoldat, ausgebildeter Handwerksmeister und Techniker. Das gepanzerte Löschfahrzeug Barbara 7 ist dabei mehr als nur ein Einsatzfahrzeug – es ist ein Symbol für die neue Ausrichtung der Werkfeuerwehr.
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat sich die Situation am Standort Unterlüß grundlegend verändert. „Früher wurde mit dem Finger auf uns gezeigt“, erinnert sich Schlicht. „Heute sind wir Mitarbeitende stolz, uns für die Sicherheit unseres Landes einzusetzen.“ Doch die Zeitenwende brachte nicht nur Fortschritt, sondern auch Herausforderungen mit sich: Rheinmetall errichtete am Standort in Rekordtempo Europas größtes Munitionswerk mit einer jährlichen Produktion von bis zu 300.000 Schuss Artilleriemunition. Im Zuge dessen galt es, die Werkfeuerwehr massiv aufzustocken. Von fünf hauptberuflichen Kräften auf 29 – eine Entwicklung, die der Werk-Hauptbrandmeister und Brandschutzbeauftragte des Konzerns persönlich begleitet hat.
Die Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei erstaunlich reibungslos verlaufen, berichtet Schlicht. „Das Schöne daran ist: Es sind alles Leute, die bereits mit beiden Beinen im Berufsleben standen. Alle brachten Erfahrungen aus der Freiwilligen Feuerwehr mit.“ Doch die Werkfeuerwehr bekam nicht nur personelle Verstärkung – sie erhielt auch eine nicht-menschliche Unterstützung, die ihresgleichen sucht: das gepanzerte Löschfahrzeug Barbara 7.
Barbara – Schutzpatronin auf acht Rädern

DIE KLEINE SCHWESTER

Das erste Löschfahrzeug der Marke Eigenbau leistet bereits seit 2021 treue Dienste: Mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern Wasser und einer gepanzerten Kabine nach Level-2-Standard ist Barbara 6 nach wie vor eine große Unterstützung für das Werkfeuerwehrteam von Unterlüß!
„Der treibende Gedanke war, dass wir unsere Feuerwehrleute besser schützen müssen. Wir schießen auf unserem Erprobungsgelände seit 1899 mit unterschiedlichen Kalibern in die Heide, unsere Mannschaft ist auf munitionsbelasteten Flächen unterwegs“, erklärt Schlicht. Die Lösung – ein in Eigenregie umgerüstetes Bergefahrzeug von MAN Rheinmetall – war schnell gefunden. Die „kleine Schwester“ Barbara 6 ist mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern Wasser und einer gepanzerten Kabine nach Level-2-Standard bereits seit 2021 tatkräftig im Einsatz. Das Besondere daran: Die Feuerwehrkräfte müssen nicht aus dem Fahrzeug aussteigen, da die Löscheinheit vollständig per Funkfernsteuerung bedienbar ist. Nun leistet mit Barbara 7 bereits das nächste Löschfahrzeug im Rheinmetall-Eigenbau lebensrettende Unterstützung für das Werkfeuerteam Unterlüß: Der 13.000-Liter-Wassertank bietet im Brandfall zusätzliche Flexibilität, und dank eines nochmals verstärkten Schutzpanzers der Klasse 3 können die Insassen selbst große Explosionen unbeschadet überstehen.
Doch der Fortschritt am Standort beschränkt sich nicht nur auf die Flotte: Eine neue Feuerwache befindet sich bereits in der Bauphase. „Ein gigantisches Gebäude“, schwärmt Schlicht. Die Werkfeuerwehr Unterlüß ist laut Anerkennungsschreiben der Landesbehörde eine der größten Werkfeuerwehren in Niedersachsen und weist zudem ein besonders hohes Gefahrenpotenzial auf. 125 Brandeinsätze im vergangenen Jahr, dazu 189 Hilfeleistungen, 53 Krankenfahrten und 424 Brandwachen: Die Einsatzkräfte sind gefordert. Doch Thomas Schlicht und sein Team sind allzeit bereit. Mit Barbara an ihrer Seite – und dem Willen, einen wertvollen Beitrag für die Sicherheit ihrer Kolleginnen und Kollegen zu leisten.
Sicherheit rund um die Uhr
Heute beschäftigt die Werkfeuerwehr in Unterlüß
71
Personen
davon
29
hauptberufliche
und
42
nebenberufliche Einsatzkräfte
mit
4
Frauen

Klicken Sie hier, um Push-Benachrichtigungen zu empfangen. Durch Ihre Einwilligung erhalten Sie regelmäßige Informationen zu neuen Beiträgen auf der Dimensions-Webseite. Dieser Benachrichtigungsservice kann jederzeit in den Browser-Einstellungen bzw. Einstellungen Ihres Mobilgeräts abbestellt werden. Ihre Einwilligung erstreckt sich ausdrücklich auch auf eine Datenübermittlung in Drittländer. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformation unter Ziffer 5.