Auf der weltgrößten Computerspielmesse Gamescom werben Bundeswehr, BND und Verteidigungsunternehmen wie Rheinmetall um digitalaffine Fachkräfte. Doch nicht nur im Recruiting haben Computer- und Videospiele inzwischen eine große Relevanz für die moderne Kriegsführung.
Perfect Match: Bereits seit 2022 nutzt Rheinmetall die Gamescom als innovative Recruiting-Plattform.
Köln-Deutz. Im August verwandelte sich das Messegelände am Rhein fünf Tage lang zu einem Hotspot der internationalen Gaming-Szene. Neue Spiele testen, Highscores knacken, Merchandise oder Selfies mit dem eigenen eSport-Idol ergattern – die Gamescom verzeichnete auch 2026 wieder Besucherrekorde: Neben 36.000 Fachbesuchern strömten 332.000 Computer- und Videospiel-Fans durch die Hallen, viele von ihnen als bunt kostümierte Cosplayer.
Controller als Bewerbermappe
Team- und Multitasking-Fähigkeit, strategisches Denken, hohe digitale Kompetenz und Frustrationstoleranz: Wer regelmäßig spielt, bringt Fähigkeiten mit, die auch für Technologieunternehmen von Interesse sind. Und so präsentierten sich in der „Jobs & Career Area“ wieder zahlreiche Firmen und Institutionen, um in der Gamer-Community für einen Berufseinstieg bei sich zu begeistern.
Rheinmetall nutzt die Messe seit 2022 als innovative Recruiting-Plattform. Dieses Jahr wartete am Stand des Verteidigungskonzerns eine besondere Attraktion: ein haptischer Simulator eines Geländewagens. Die Besucherinnen und Besucher saßen mit VR-Brille hinter dem virtuellen Lenkrad, im Blick nur die Motorhaube, drumherum eine computergenierte Umgebung, die das Fahrgefühl im Geländewagen mit allen Sinnen erleben ließ. Entsprechend groß war der Andrang. Wer lieber sein Kurzzeitgedächtnis unter Beweis stellen wollte, versuchte sich am digitalen Memo-Spiel mit Produktkarten von Schützenpanzern, Transportfahrzeugen oder Aufklärungsdrohnen. Zwischen den Stationen: Gespräche über offene Stellen, Ausbildungswege und Karrierechancen.
Highlight am Messestand: Der haptische Geländewagen-Simulator ließ das Fahrgefühl mit allen Sinnen erleben.
Heiß begehrtes Give-Away unter den Gamern: Die mit Radhaubitze, Panzer und Truck gebrandeten Socken von Rheinmetall.
Wer die Schnitzeljagd durch die Hallen in Köln-Deutz erfolgreich absolvierte, durfte sich über ein Klemmbaustein-Modell freuen – wie hier der Kampfpanzer Panther KF51.
Ein Querschnitt der Gesellschaft
„Ursprünglich stand die Suche nach IT-Fachkräften im Mittelpunkt“, berichtet Nils-Hennes Over, Recruiting Media und Events Manager bei Rheinmetall. Inzwischen zeigt sich: Das Publikum der Gamescom ist deutlich vielfältiger und geht über alle Berufsgruppen hinweg. Technikerinnen, Mechatroniker und kaufmännische Angestellte waren ebenso auf der Messe anzutreffen wie Elektroingenieurinnen oder Produktionsmitarbeitende – vom Talent, das sich noch in der Ausbildung befindet, bis hin zum erfahrenen Professional. „Was die Gaming-Fangemeinde verbindet, ist ihr Enthusiasmus für Technologie und komplexe Systeme“, so Over, „eine Offenheit, die es uns erlaubt, auch Menschen anzusprechen, die zuvor nicht an eine Karriere in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gedacht haben, deren Kompetenzen jedoch hervorragend zu den vielfältigen Berufsbildern bei Rheinmetall passen.“
Reichweite garantiert
Große Aufmerksamkeit unter den Gamern bescherte Rheinmetall die gemeinsame Aktion mit dem eSport-Team des Sponsoring-Partners Borussia Dortmund. Am Stand erwartete die Fans ein Meet and Greet mit Spielern des Teams inklusive Autogrammstunde, Fotoshooting und einer Gaming-Runde gegen die Profis. Erst im März hat das Team seinen bislang größten eFootball-Erfolg gefeiert: den Titel in der Virtual Bundesliga Club Championship. Events wie diese bringen Rheinmetall Reichweite und stärken die Verbindung zur Gaming- und eSports-Community.
Dank der Partnerschaft mit dem BVB kamen E-Football-Fans am Rheinmetall-Stand voll auf ihre Kosten.
Zwischen den verschiedenen Attraktionen blieb ausreichend Zeit für Gespräche über Karrierechancen und Ausbildungswege im Rheinmetall-Konzern.
Spielen, um nicht zu verlieren
Neben Wirtschaftsunternehmen wie Rheinmetall präsentieren sich in Köln auch Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst. Die Verbindung von Militär und Spielen hat eine lange Tradition. Bereits 1824 revolutionierte das Preußische Kriegsspiel die Offiziersausbildung. Ein taktisches Planspiel mit Karten und Spielsteinen ersetzte trockene Theorie und lieferte wertvolles Wissen für komplexe Gefechtssituationen.
Heute nutzen nahezu alle Streitkräfte der Welt sogenannte Wargames, um Strategien realitätsnah zu erproben. Großbritannien und die Vereinigten Staaten gelten dabei als führend. Anders als Egoshooter zielen die Simulationen aber nicht auf Unterhaltung, sondern auf Erkenntnis: Sie stellen Mitspielende vor strategische Dilemmata, regen diese dazu an, Lösungswege zu testen, und schulen die Fähigkeit, unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen. Ob analog, hybrid oder digital ergänzt mit künstlicher Intelligenz: Die Methode gehört längst zur Offiziersausbildung an Führungsakademien und Bundeswehruniversitäten. In einer risikofreien, sogenannten Safe-to-Fail-Umgebung sammeln Soldatinnen und Soldaten synthetische Erfahrung für den realen Ernstfall.
„Was die Gaming-Fangemeinde verbindet, ist ihr Enthusiasmus für Technologie und komplexe Systeme. Auf der Gamescom können wir Menschen ansprechen, die zuvor nicht an eine Karriere in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gedacht haben, deren Kompetenzen jedoch hervorragend zu den vielfältigen Berufsbildern bei Rheinmetall passen.“
Nils-Hennes Over, Recruiting Media & Events Manager bei Rheinmetall
Mehr als eine Gaming-Messe
Wohin die „Gamification“ bei Rheinmetall führt, zeigte der Verteidigungskonzern mit seinem Geländewagen-Simulator auf der Messe. Technologien, die ihren Ursprung in der Gaming-Welt haben, finden in professionellen Trainings-, Entwicklungs- und Simulationslösungen Verwendung. Das bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte. So wird die Gamescom für Rheinmetall zu weit mehr als einer Computerspielemesse: Sie ist ein Treffpunkt für Talente, technologische Begeisterung und berufliche Zukunftsperspektiven.
Keine Artikel mehr Verpassen
Klicken Sie hier, um Push-Benachrichtigungen zu empfangen. Durch Ihre Einwilligung erhalten Sie regelmäßige Informationen zu neuen Beiträgen auf der Dimensions-Webseite. Dieser Benachrichtigungsservice kann jederzeit in den Browser-Einstellungen bzw. Einstellungen Ihres Mobilgeräts abbestellt werden. Ihre Einwilligung erstreckt sich ausdrücklich auch auf eine Datenübermittlung in Drittländer. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformation unter Ziffer 5.
Klicken Sie hier, um Push-Benachrichtigungen zu empfangen. Durch Ihre Einwilligung erhalten Sie regelmäßige Informationen zu neuen Beiträgen auf der Dimensions-Webseite. Dieser Benachrichtigungsservice kann jederzeit in den Browser-Einstellungen bzw. Einstellungen Ihres Mobilgeräts abbestellt werden. Ihre Einwilligung erstreckt sich ausdrücklich auch auf eine Datenübermittlung in Drittländer. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformation unter Ziffer 5.